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Hockey DM Halle 2010
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„Hey das bist doch du“. Aus ihren Gedanken gerissen blickte Badri Latif erst irritiert ihre Freundin an und dann deren ausgestrecktem Arm hinterher. Tatsächlich, da war sie. 2001 war das als Badri sich ganz unverhofft selbst begegnete. Auf einem S-Bahnhof. Von einem riesigen Werbeplakat lächelte sich die damals 22-Jährige an. Und alle anderen Wartenden auch. Gemeinsam mit der Tischtennisspielerin Katalin Harsany von 3B Berlin und dem Kanuten Stefan Ulm warb sie für die Jahreskarte der S-Bahn. Vom Olympiastützpunkt Berlin war die attraktive Hockey-Nationalspielerin für die Fotosession ausgewählt worden. Eigentlich sollte sie informiert werden, wenn die Fotos – was bei der Knipserei noch ungewiss war - tatsächlich erscheinen sollten. Nun waren sie da in voller Lebensgröße. Weil ihr Auto zu jener Zeit gerade zur Reparatur war, begegnete sich Latif nun jeden Tag mehrmals. Und bezahlte dafür auch fleißig. In Ermangelung einer Jahreskarte kaufte sich die spätere Olympiasiegerin täglich ein Tickets, um zur Uni und zum Training beim Berliner HC zu kommen.
Als Fünfjährige war Badri auf einer Geburtstagsfeier ihrer Kindergartenfreundin Natascha Keller von deren Vater Carsten als Balltalent entdeckt worden. „Komm doch mal zum Hockey“, hatte ihr dieser geraten, nachdem er Badri hatte Fußball spielen sehen. Dass Carsten Keller auf ihr Ballgefühl ausgerechnet beim Fußball aufmerksam geworden ist, findet Latif bis heute absurd. „Wenn wir beim Training mal Fußball spielen, bin ich die erste, die ihr Gesicht verzieht. Fußball ist überhaupt nicht mein Ding“, sagt sie. Im Hockey dagegen galt die Tochter einer Deutschen und eines Persers schon immer als Riesentalent, mit dem BHC gewann die 27-Jährige zig deutsche Meisterschaften, mit dem Nationalteam die Hallen-Weltmeisterschaft 2003 und ein Jahr darauf Olympisches Gold in Athen. Im Oktober soll nun möglichst noch eine WM-Medaille hinzukommen. Es wäre die Krönung eines ohnehin schon überaus erfolgreichen Jahres: vor vier Wochen beendete Badri ihr Medizinstudium und ist endlich eine richtige Ärztin. 



 



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