
Wenn Louisa Walter irgendwann einmal Kinder haben sollte, würde sie ihnen wahrscheinlich verbieten, sich ins Tor zu stellen. „Die sollen sich nicht mit dieser schweren Tasche abschleppen“, erläutert Walter. Vor 14 Jahren noch hat die 27-Jährige ganz anders über die gescholtene Tasche gesprochen. Damals übte das Riesengepäckstück einen unwiderstehlichen Reiz auf die Hockeyelevin aus. Als ihre Freundin eines Trainingstages nicht mehr im Tor stehen, sondern lieber draußen rumrennen wollte, witterte Louisa ihre Chance. Zu jeder Übungseinheit, zu jedem Spiel des Düsseldorfer SC 99 gehörte die Torwartausrüstung fortan ihr.
Obwohl die miefigen Klamotten ihre Attraktivität auf die zukünftige Bauingenieurin längst eingebüßt haben, ist sie die sperrigen Schienen bis heute nicht los geworden. Jedenfalls nicht dauerhaft. Lediglich für ein zwei Spielchen pro Hallensaison hat die Olympiasiegerin ihre Beinkleider probeweise schon mal in die Ecke gestellt und im knappen Röckchen durchaus erfolgreich nach Toren gejagt. „Über kurz oder lang“, kündigt die begeisterte Snowboarderin an, „werde ich die Schienen an den Pfosten hängen“. „Just for Fun“ will sie sich dann in der Zweiten langfristig als Feldspielerin versuchen. Zuvor jedoch freut sich „Loulu“ noch einmal auf ein Wiedersehen mit der holländischen Weltklassestürmerin Mintje Donners, gegen deren und all die anderen Teams sie beim Europacup richtig gut abschneiden will. 
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